🇩🇪 Last-Minute-Drama in Toronto – Undav schießt uns nach Boston!
Heute stand für uns wieder einer dieser Tage auf dem Programm, auf die man schon beim Einschlafen hinfiebert.
Wenn morgens der Wecker klingelt und man weiß, dass heute die eigene Nationalmannschaft spielt, dann kribbelt es einfach nochmal ganz besonders.
Für Deutschland ging es heute im BMO Field in Toronto um enorm viel.
Mit einem Sieg würden wir der Gruppenführung einen riesigen Schritt näher kommen. Bei einer Niederlage wäre Platz eins außer Reichweite gewesen – und damit möglicherweise auch unsere weitere Reiseplanung.
Denn unser Plan stand schon lange fest:
Wir werden Gruppenerster und begleiten die deutsche Mannschaft zum ersten K.-o.-Spiel nach Boston.
Jedenfalls machten wir uns früh auf den Weg in die Stadt.
Toronto wirkte am Morgen noch erstaunlich ruhig. Kaum deutsche Fans waren zu sehen und insgesamt war deutlich weniger los, als wir erwartet hatten.
Also suchten wir uns zunächst ein gemütliches Plätzchen in einer kleinen Brauerei und stimmten uns auf den Spieltag ein.
Natürlich wurden die ersten Tipps abgegeben.
Und bei einer Sache waren wir uns alle einig:
Heute holen wir die drei Punkte.
Zweifel? Fehlanzeige.
Während wir unser letztes Bier vor dem Stadionbesuch tranken, fiel uns plötzlich eine Fahrradstation auf.
Kurzerhand luden wir die passende App herunter und beschlossen, die knapp zehn Kilometer bis zum Stadion mit dem Rad zurückzulegen.
Eine Entscheidung, die sich als absoluter Volltreffer herausstellen sollte.
Wir fuhren entlang der Uferpromenade von Toronto.
Rechts die beeindruckenden Hochhäuser der Skyline.
Links der Ontariosee.
Dazwischen tausende Menschen, die mit Fahnen, Trikots und bester Laune Richtung Stadion unterwegs waren.
Das war einer dieser Momente, in denen man einfach nur grinst und den Augenblick genießt.
Je näher wir dem Stadion kamen, desto deutlicher wurde ein Bild:
Toronto war fest in deutscher Hand.
Überall, wirklich überall, sah man deutsche Trikots.
Das BMO Field wirkte schon Stunden vor Anpfiff wie ein Heimspiel.
Am Stadion angekommen wurden die Fahrräder abgestellt, die Zaunfahne ausgepackt und natürlich noch einige Erinnerungsfotos geschossen.
Der Einlass verlief erneut absolut vorbildlich.
Keine langen Schlangen.
Keine Probleme.
Keine Hektik.
Zwei Minuten nach der Taschenkontrolle standen wir bereits im Stadion.
So wünscht man sich das.
Natürlich durfte auch die traditionelle Stadionverpflegung nicht fehlen.
Für schlanke 17 Euro gab es ein 0,74-Liter-Budweiser.
Nicht gerade ein Schnäppchen – aber mittlerweile überraschen uns die Preise bei dieser WM kaum noch.
Unsere Plätze befanden sich eigentlich im Oberrang.
Für ein paar Fotos hatten wir uns allerdings zunächst im Unterrang positioniert.
Wir schickten noch schnell Grüße nach Hause und warteten darauf, dass die eigentlichen Platzbesitzer erscheinen.
Doch die kamen nicht.
Und sie kamen auch weiterhin nicht.
Also beschlossen wir kurzerhand, einfach sitzen zu bleiben.
Eine fantastische Entscheidung.
Hammer Sicht.
Teilweise sogar Schatten.
Und deutlich angenehmer als die brütende Sonne weiter oben.
Dann wurde es ernst.
Die Hymnen erklangen.
Das gesamte Stadion sang mit.
Und natürlich war sie wieder da:
Diese Gänsehaut.
Jedes einzelne Mal.
Zum Spiel:
Irgendwie hatte ich persönlich von Beginn an kein gutes Gefühl.
Deutschland wirkte nicht richtig im Spiel.
Nicht griffig genug.
Zu viele einfache Fehler.
Zu wenig Ideen.
Zweimal jubelten wir bereits über vermeintliche Treffer.
Zweimal wurde der Jubel jedoch durch den Schiedsrichter wieder beendet.
Und dann kam es, wie es kommen musste.
Ein mutiger Angriff der Ivorer landete schließlich zum 0:1 in unserem Netz.
Kurze Zeit später ging es in die Halbzeitpause.
Und ehrlich gesagt war ich mir zu diesem Zeitpunkt ziemlich sicher:
Das war’s mit Platz eins.
Doch dann kam die zweite Halbzeit.
Und mit ihr der Wendepunkt.
Deutschland wechselte.
Und plötzlich war alles anders.
Deniz Undav.
1:1.
Direkt vor unseren Augen.
Pure Ekstase.
Pure Erleichterung.
Doch die Elfenbeinküste blieb gefährlich.
Bei einem perfekt ausgespielten Konter schien das 1:2 bereits unausweichlich.
Der Querpass lag bereit.
Das Tor schien sicher.
Doch dann kam er.
Leon Goretzka.
Wie aus dem Nichts.
Und verhinderte mit einer überragenden Rettungsaktion den erneuten Rückstand.
Die meisten im Stadion hatten sich mittlerweile mit dem Unentschieden abgefunden.
Doch Deniz Undav hatte offensichtlich andere Pläne.
- Minute der Nachspielzeit.
2:1 Deutschland.
Was dann im deutschen Block passierte, lässt sich kaum beschreiben.
Eine Explosion.
Menschen fielen sich in die Arme.
Bier flog durch die Luft.
Jubel ohne Ende.
Ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern, wann ich zuletzt bei einem Tor so ausgerastet bin.
Nach dem Schlusspfiff wurde die Mannschaft natürlich ausgiebig gefeiert.
Und als wenig später feststand, dass Ecuador gegen Curaçao nicht über ein 0:0 hinausgekommen war, war endgültig klar:
Deutschland gewinnt die Gruppe.
Und wir fahren nach Boston!
Dort wartet nun das erste K.-o.-Spiel dieser Weltmeisterschaft.
Genau so hatten wir es uns vorgestellt.
Nach dem Spiel ging es wieder mit den Fahrrädern zurück in die Innenstadt.
Dort wurde der Gruppensieg natürlich noch mit dem ein oder anderen Siegerbier begossen.
Irgendwann fielen wir glücklich und völlig erschöpft ins Bett.
Morgen wartet bereits das nächste Highlight.
Die Weiterreise Richtung US-Grenze.
Die Niagara-Fälle stehen auf dem Programm.
Und wenn diese nur halb so beeindruckend sind wie die Bilder, die man kennt, dann erwartet uns erneut ein ganz besonderer Tag.
Vielen Dank fürs Lesen, fürs Mitfiebern und für euren Support.
Bis morgen!
Viele Grüße aus Toronto
Die 4 von der Tankstelle 🇩🇪🍁⚽






























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